ADHS/ADS mit Neurofeedback-Therapie behandeln

10 Gebote für Eltern mit Kindern mit Lernstörungen

Verfasst von: nadelflintbek in: September 10, 2008

© photocase.com | tobi.tobsen

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Fühlen Sie sich manchmal hilflos, ausgelaugt oder verzweifelt, wenn Sie erfolglos versuchen, Ihr Kind dazu zu bringen, sich auf die Schulaufgaben zu konzentrieren? Dann spüren Sie genau das, was das Kind fühlt, wenn es vor der Aufgabe sitzt!
Ein Kind, das Konzentrationsstörungen oder Teilleistungsstörungen hat, ist seinen Dysfunktionen gegenüber tatsächlich hilflos. Es fühlt sich verzweifelt, wenn es zu etwas gezwungen wird, was es überhaupt nicht schafft und wenn ihm dann noch gesagt wird, es sei faul, schlimm oder dumm……..(Sie können die „Liste“ ergänzen…!)

Kinder mit Teilleistungsstörungen (Minimale cerebrale Dysfunktionen) haben wirklich einen schwachen Willen – geschwächt durch die angeborene Unfähigkeit, sich zu konzentrieren oder durch innere Unruhe. Niemand freut sich, wenn ihm etwas absolut nicht gelingen will. Auch diese Kinder aber würden sehr gerne ihre Sache gut machen und erfolgreich sein.

  1. Seien Sie sich bewusst, dass die Probleme des Kindes einen biologischen Grund haben. Sie entstehen nicht wegen seines Charakters, seiner Einstellung oder seines Willens.
  2. Das Wichtigste, was das Kind braucht und die Eltern geben können, ist nicht Erziehung, sondern Liebe. Und ein Kind, dem nichts gelinget, braucht mehr Liebe, nicht weniger! Je weniger sich das Kind geliebt fühlt, desto schlechter werden die Leistungen. Es erlebt genug Verdruss durch seine Dysfunktionen auch ohne Ihren Tadel. Die Liebe, die Sie ihm geben, hilft ihm, besser über seine Unzulänglichkeiten hinwegzukommen.
  3. Tun Sie mit ihrem Kind täglich Dinge, die Ihnen beiden Freude machen. Wenn es sich mit sich selbst nicht wohlfühlt, werden die Dinge immer schlechter.
  4. Loben Sie Ihr Kind für das, was ihm gut gelingt (auch für Kleinigkeiten), als es dafür zu bestrafen, was ihm nicht gelingt.
  5. Wenn Sie Ihr Kind tadeln müssen, dann nehmen Sir genau auf das Bezug, was es schlecht gemacht hat: „Das war falsch“ kommt ganz anders an, als „Du bist dauernd schlimm!“ Wenn es solche „Etiketten“ öfters bekommt, dann wird es ihnen bald recht geben und aufhören, sich zu bemühen.
  6. Niemand ist ein besserer „Spezialist“ für die Kinder, als seine Eltern – wenn sie das wollen. Nur Sie wissen, welches Verhalten Sie bei Ihrem Kind erwarten können und es auch tolerieren.
  7. Geben Sie nichts auf althergebrachte und gelassene Bemerkungen, wie „er wird schon herauswachsen“ oder „da kann man halt nichts machen“. Denn das ist nicht wahr, die meisten wachsen nämlich nicht „heraus“, sondern werden vielleicht nur zurückgezogener, angepasster, und mit den meisten kann man sehr wohl „etwas machen“. Solange Sie nicht alles ausprobiert haben, ist Resignation verfrüht!
  8. Erstellen Sie einen Speiseplan, der keine reizerzeugende Chemikalien enthält: Künstliche Lebensmittelzusätze, künstliche Aromen und Farben, Süßstoffe oder ein Übermaß an Fetten oder Zucker. Obst und Gemüse soll täglich auf dem Speisezettel stehen.
  9. Überbewerten Sie die momentane Situation nicht (Schulerfolge u.s.w.), als ob im weiteren Leben nicht wichtigeres mehr kommen würde. Vermasseln Sie sich nicht die Beziehung zu ihren Kindern für die Zukunft.
  10. Um den Kindern zu helfen, wenden Sie sich an Fachleute (Logopäden, Schulpsychologen, EEG-Biofeedback u.s.w.). Ihr Kind braucht für seine mentalen Probleme genauso Hilfe, als ob es an einer körperlichen Krankheit leiden würde.

Die neuen Zappelphilippe

Verfasst von: nadelflintbek in: September 10, 2008

Hyperaktive Kinder ganzheitlich behandeln

Den berühmten Zappelphilipp aus dem Kinderbuch „Struwwelpeter“ würde man heute als hyperaktiv bezeichnen. Kinder mit dem „Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom“ (ADHS) sollten behandelt werden, in Zusammenarbeit mit den Eltern. In schweren Fällen können auch Medikamente helfen.

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Störung mit und ohne Hyperaktivität, kurz ADHS oder ADS, gilt heute als eine der häufigsten Störungen im Kindes- und Jugendalter. Jungen sind weitaus häufiger betroffen als Mädchen. Man schätzt, dass etwa zwei bis zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen darunter leiden. Genaue Zahlen existieren nicht. Dass sie in den letzten Jahren angestiegen sind, lässt sich darauf zurückführen, dass das Wissen über die Störung bei Ärzten und Betroffenen zugenommen hat.

Die Ursachen werden kontrovers diskutiert. Eine wissenschaftlich eindeutig nachweisbare Erklärung gibt es nach aktuellem Kenntnisstand nicht. Viele Experten gehen inzwischen davon aus, dass ADHS ein sehr komplexes, multifaktoriell bedingtes Störungsbild ist. Als Hauptursachen werden derzeit eine neurobiologische Veranlagung sowie psychosoziale Faktoren vermutet.

Kind „außer“ Kontrolle

ADHS kann sich ganz verschieden äußern. So können einzelne Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt sein, auch müssen sie nicht immer gleichzeitig auftreten. Charakteristisch sind eine gestörte Aufmerksamkeit sowie Impulsivität und Hyperaktivität. Die Kinder können sich schlecht konzentrieren. Sie beginnen viele Aktivitäten, beenden jedoch nur wenige. Oft sind sie leicht ablenkbar und vergesslich. Typisch für ADHS-Kinder ist zudem, dass sie ihren Bewegungsdrang und ihre Gefühle schlecht kontrollieren können.

Häufig haben sie eine niedrige Frustrationsschwelle, wodurch sie gereizt oder aggressiv reagieren. Erste Auffälligkeiten machen sich meist bei Schuleintritt deutlich bemerkbar, wenn sich die Kinder an vorgegebene, feste Regeln halten müssen und gezwungen sind, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren. Etwa zwei Drittel aller betroffenen Kinder und Jugendlichen leiden auch als Erwachsene unter Symptomen. In der Regel lässt die Hyperaktivität nach, die Aufmerksamkeitsstörung bleibt weiter bestehen.

Viele Tests und Befragungen

Die Diagnose sollte von Fachleuten, also von entsprechend weitergebildeten Kinderärzten oder -psychologen gestellt werden. An erster Stelle steht das intensive Gespräch mit Kind und Eltern und Lehrern zu Verhaltensauffälligkeiten, neurologische Untersuchungen, Verhaltensbeobachtungen durch Psychologen sowie verschiedene Intelligenz-, Konzentrations- und Reaktionstests.

Die Diagnose ist insgesamt sehr umfassend und zeitaufwändig. Strukturierte Fragebögen unterstützen die Diagnosestellung. Hinzu kommen körperliche, neurologische und labormedizinische Untersuchungen. Die Diagnose ist sehr umfassend und zeitaufwändig.

Individuell behandeln

Die Behandlung von ADHS ist so individuell wie das Störungsbild. Heute stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die in der Regel miteinander kombiniert werden. Sie umfassen psychotherapeutische Methoden wie psychologische Betreuung, Bewegungs-, Verhaltens- und Beschäftigungstherapie, Konzentrationstraining sowie spezielle Erziehungskonzepte (Coaching der Eltern, Erzieher und Lehrer). Das Ziel: Es sollen Bewältigungsstrategien entwickelt werden, die es den Kindern ermöglichen, sich mit ihrer Störung im Alltag besser zurecht zu finden.

Dazu gehört, die beschriebenen Symptome zu lindern beziehungsweise im Idealfall komplett zu beseitigen. In schweren Fällen können auch Medikamente verordnet werden. Manchmal sind sie sogar notwendig, um die Kinder für zusätzliche Therapieverfahren überhaupt erst empfänglich zu machen. Ihr Einsatz ist allerdings umstritten, da die meisten Medikamente persönlichkeitsverändernd wirken. Sie gehören zur Gruppe der so genannten Psychostimulanzien. Da sie Suchtpotenzial besitzen, unterliegen sie dem Betäubungsmittelgesetz.

Quelle: ZDF

Die Themen: ADHS: Wie Eltern unter Druck kommen, ihren aufmerksamkeitsgestörten Kindern Medikamente zu geben; Erzieherinnen: Warum wird eine zentrale gesellschaftliche Leistung so wenig anerkannt und so schlecht bezahlt?; Zwischenbilanz der Exzellenz-Initiative: Wie wirkt sich die Förderung aus? Woher kommt das Süd-Nord-Gefälle? Interview mit Prof. Gerhard Fouquet, Präsident der Universität Kiel, die mit drei Projekten beteiligt ist.

NDR Hörbeitrag

Quarks & Co: 19.02.2008, Was ist los mit dem Zappelphilipp?

Verfasst von: nadelflintbek in: September 10, 2008

Sie sind hyperaktiv, lassen sich leicht ablenken und flippen einfach so aus: Kinder mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung – kurz ADHS genannt. Über kaum eine andere psychische Störung, wird so erbittert und kontrovers diskutiert. Quarks & Co betrachtet ADHS aus verschiedenen Perspektiven: Eltern, Kinder, Ärzte, Forscher, Psychologen und Pharmaindustrie

WDR VideoPodcast

ADHS bei Erwachsenen

Verfasst von: nadelflintbek in: September 10, 2008

Zappelphilipps und Transusen kennt man bei Kindern: ADHS heißt der medizinische Ausdruck für die Aufmerksamkeitsstörung. Doch das ist nicht nur eine Art Kinderkrankheit. Inzwischen wird ADHS auch bei immer mehr Erwachsenen entdeckt.

SWR2 Impuls vom 9.05.2008